Von Großstadt via Großstadt zu Großstadt, hieß es heute Vormittag: Nachdem wir beim Frühstück ein letztes Mal die grandiose Aussicht auf die Wolkenkratzer und den endlosen Häuserteppich von Nagoya genossen hatten, ging es per Uber-Taxi zum Bahnhof. Im Gegensatz zu gestern zwar nicht mit einem schläfrigen Fahrer, dafür aber mit verpeilter Fahrerin, die beim Losfahren irgendwie aufs Touch Display kam und dann nervös wurde. Sie hatte im System die Fahrt nicht gestartet (das zeigte uns jedenfalls unsre App-Ansicht an) und wollte deswegen, dass wir stornieren und nochmal neu anfragen. Wir wollten aber keine Stornierungsgebühr in der App bezahlen und keinen teureren Preis mit ihrem Taxameter. Nach einigem Hin und Her schaffte sie es dann doch, die Fahrt im System zu starten.



An der Nagoya Station war zu so früher Stunde die Hölle los. Die reinste Völkerwanderung. Die Schlange bei Starbucks, wo wir uns noch einen Kaffee holen wollten, war ewig lang. Zu allem Übel fiel uns auch noch auf, dass ich die Uhrzeiten verwechselt hatte und unser Zug erst eine Stunde später fuhr. Echt ärgerlich. Wir gingen trotzdem schon hoch zum Gleis und verbrachten die Wartezeit dort im Warteraum – mit Lesen, Züge Gucken und einem Kaffee vom Kiosk. André hatte es gut gemeint und uns vermeintlich süße Kekse gekauft, die sich allerdings beim Öffnen der Packung als streng riechende Krabbenkekse entpuppte. Nicht ganz meine Vorstellung von zweitem Frühstück. Mahlzeit.


Eine Stunde später als gedacht saßen wir dann endlich im Shinkansen, dafür mit viel Platz, sodass wir die Koffer hinter unseren Sitzen in der letzten Reihe verstauen konnten und noch dazu genügend Platz in den Gepäckfächern gehabt hätten (die man übrigens seit Sommer 2025 nicht mehr extra reservieren muss, sondern so nutzen kann – die spezielle Reservierung ist nur noch für XXL-Gepäck erforderlich). Unsere Sitzplätze in Fahrtrichtung links brachten heute leider keine Sicht auf den Mt. Fuji, die Wolken- und Nebelschwaden hingen einfach zu tief in den Bergen. Dafür gab’s genug anderes zu sehen. Nach rund 2 h passierten wir Yokohama und kamen dann auch schon an der Tokyo Station an.



Nachdem wir zu Beginn unserer Reise in Ueno übernachtet hatten, hatten wir uns dieses Mal für Ginza als Stadtteil entschieden. Vorteil: Nur rund 1 km vom Bahnhof zum Hotel. Wir stellten dort nur kurz unser Gepäck ab und machten uns gleich auf den Weg durch die Shoppingstraßen.
Erste Station: Ginza Six. Dort hatten wir letztes Jahr im Herbst Kenji Yanobes beeindruckende Katzeninstallation gesehen und waren nun auf die neue Installation gespannt. Nun ja, nun laufen bunte Läuferinnen über ein digitales Band. Nicht besonders spektakulär im Vergleich zur Weltraumkatze. In der obersten Etage bei Tsutaya gibt es eine ergänzende Ausstellung mit Bildern und Skulpturen. Schon eher interessant. Überhaupt ist Tsutaya immer einen Besuch wert mit Blick auf die große Auswahl an Magazinen und Büchern, Sondereditionen mit besonderen Cover-Gestaltungen usw.






Außerdem musste ich unbedingt wieder zu Itoya, mich dort durch die zig Etagen Schreibwaren arbeiten. Japan hat in dem Bereich wirklich eine krasse Auswahl. Aktuell gibt es Halloween-Sortiment, Adventskalender (u. a. mit Radiergummi-Figuren) und die ersten Weihnachtskarten, bei denen ich nicht widerstehen kann. Auch das Sortiment und die Dekoration der anderen umliegenden Konsumtempeln sind immer sehenswert. Genauso das Packaging, auf das hier extrem viel Wert gelegt wird. Alles ist schön verpackt und wird zusätzlich nochmal verpackt, damit auch ja unterwegs nichts beschädigt wird.
Weitere Stationen: Der erst kürzlich eröffnete Flagship-Store der Schweizer Laufschuh-Marke On und ein Mix aus Super- und Drogeriemarkt, wo wir u. a. ein paar der speziellen, nur in Japan erhältlichen Sorten Kit Kat kauften.








Wie schon gestern war irgendwann wieder der Punkt der maximalen Reizüberflutung erreicht und wir legten in der Restaurant-Etage von Matsuya Ginza eine Sushi-Pause ein, bevor wir nach weiteren Shopping-Stationen bei Uniqlo und Hands endlich im Hotel eincheckten.


Das Hotel liegt nicht direkt in den Shopping-Straßen Ginzas, sondern am Ginza Corridor, einer Art „Fressmeile“ mit unzähligen Restaurants und Bars. Hier tummeln sich zwar auch Touristen, aber nicht ausschließlich. Viele Japaner landen hier für einen Feierabend-Trink. Unsre Wahl für das Abendessen fiel daher auf eine authentische kleine Izakaya, wo es Sashimi und gegrillten Fisch gibt.

Inzwischen war es draußen längst dunkel und regnete leicht, aber das Leben in Ginza pulsiert noch bis in die Nacht und wenn wir morgen früh das Hotel verlassen, werden wir sicherlich wieder auf einige treffen, die gerade erst auf dem Weg vom Club ins Bett sind…


Ein Gedanke zu “Metropolen-Hopping”