Japan No. 5

Und wieder sind wir hier, in diesem Land, bei dem unsere Wunschliste immer länger wird, je mehr wir gesehen haben… Von daher waren die JAL-Flugtickets schnell gebucht, aber die Reiseroute heiß diskutiert. Egal wie, ich bin mir sicher, es wird alles wieder wunderbar und die Wunschliste ist hinterher um ein paar Punkte länger für die hoffentlich nächsten Japan-Trips.

Weiteres neben den Flugtickets war auch schnell organisiert:

  • Einreiseformalitäten und Zollerklärung digital erledigt, QR-Code generiert
  • eSim bestellt
  • Japan-Apps reinstalliert (Yurekuru und Safety tips-App für Erdbeben-Warnungen, Japan Travel-App u. a. für Zugverbindungen…)
  • in der ELEFAND-Liste vom Auswärtigen Amt registriert,
  • um Zugtickets gekümmert
  • Hotels vorreserviert, mit Storno-Option bis kurz vorher (für alles andere werfen wir zu gerne unterwegs die Planung um…)

und fertig war die Orga von Japan-Trip Nr. 5.

(HIER findet Ihr die Liste mit den Infos und Links, Stand Frühjahr 2023, aber alles bis auf die Corona-Schutzmaßnahmen noch gültig. Beim Railpass darauf achten, den dortigen Link zu verwenden, wenn Ihr online kaufen und dann vor Ort nur den Code vorlegen wollt – andere Links führen oft noch zur alten Methode mit Postversand von Vouchern…).

Enthusiastischerweise hatte sich André übrigens dieses Mal die Flush-App heruntergeladen – wobei Toiletten hier wirklich keine Mangelware und auch ohne App super zu finden sind. 😉 Mangelware sind hier eher Mülleimer…

Neu war dieses Mal, dass wir per KI drei Szenarien berechnen haben lassen: 1) Railpass, 2) Kombination aus regionalen Railpässen, 3) Einzeltickets. Die allererste Berechnung und Empfehlung war zwar fehlerhaft, da die KI mit dem alten, wesentlich günstigeren Railpass-Preis kalkuliert hatte, wie uns beim Ergebnis schnell auffiel. Allerdings ergab auch die neue Berechnung, dass sich ein Railpass doch wieder für uns lohnen sollte, weil wir relativ viele Shinkansen-Fahrten geplant hatten und auch wieder die JR-Linien in Tokyo damit nutzen wollten, was noch gar nicht in der Kalkulation drin war. Lediglich die Tickets für einen Panoramazug mussten wir separat bestellen. da nicht von JR, sondern einer privaten Railway Company.

Unsere Route wird sich dieses Mal auf den zentralen Part von Honshu, der Hauptinsel, konzentrieren. Dabei werden wir einige Städte wie Tokyo und Kyoto zum bereits fünften Mal bereisen, andere wie Nagano und Toyama zum ersten Mal.

Unser Abflug in FFM begann sehr unjapanisch, nämlich mit rund 30 min. Verspätung. Was in Japan überhaupt nicht auffällt, in Deutschland aber wie Fasching anmutet: Personen in Cosplay-Kostümierung. So saß im Flieger ein paar Reihen vor mir eine Dame im Rüschenkleid und mit Haarschmuck und großen Katzenohren auf dem Kopf. Ansonsten hatte ich wie immer schon vor dem Abheben bereits gefühlt 50 Mal Arigato (Danke) gesagt, weil die Crew irgendwas reichte oder erklärte. Zügig ging es total japanisch in die bereitgestellten Pantoffeln und – nach leckerem japanischen Abendessen – in entspannten Schlaf.

Mit zig Mal Dienern und Arigato setzte sich beim Ausstieg das kleine Warm up für die Zeit vor Ort nahtlos fort. Die Einreise flutschte nur so: Sinnvollerweise wurde dieses Mal gleich in zwei Warteschlangen aufgeteilt, nämlich die mit QR-Code, die alles vorab online erledigt hatten, und die mit den Papierzetteln. Kaum war das Gepäck da, ging es zum Zoll, am automatischen Terminal Pass und QR-Code einlesen, Foto machen und dann ab durch die Schranke mit Gesichtserkennung.

In nur 40 Minuten waren wir komplett mit allem durch und auf dem Weg ins UG des Flughafens, zur JR Agency. Ein Blick in unsre Pässe und die vielen japanischen Stempel bzw. Aufkleber entlockte dem Mitarbeiter dort direkt ein „ah, you are professionals, I see…“. Genau, bitte keine Einweisung mehr, wir kennen das Prozedere, um die Codes gegen den Railpass einzutauschen. 😉 Da wir minimal länger als 14 Tage hier bleiben, es den Railpass aber nur in wochenweisen Abstufungen gibt, hatten wir die Gültigkeit mit späterem Start gewählt. Ab Ankunftstag wäre das verschenkt gewesen, denn heute brauchten wir nur ein Ticket für die Fahrt mit dem Narita Express zum Hauptbahnhof in Tokyo und das kauften wir einfach separat.

Nach rund 1 h Landschaftskino, das dank Dunkelheit nach 17:30 Uhr nicht mehr wirklich zu erkennen war, kamen wir auch schon an und nahmen clevererweise wie beim letzten Mal den Ausgang zum Taxistand. Beim vorletzten Mal waren wir nämlich etwas planlos an einem Ausgang des Hauptbahnhofs raus, der aufgrund von Absperrungen keine Haltemöglichkeiten für ein Uber-Taxi bot. Wir mussten schmunzeln, aber dieses Mal kannten wir den Weg sozusagen im Schlaf und waren schnell aus dem Gebäude raus und ums Eck zwischen Kitte und Apple, wo wir uns einen Uber bestellten.

Nur 20 Minuten später waren wir in Ueno, wo es uns bereits letztes Mal so gut gefallen hatte. Eine Freundin hatte uns eine Unterkunft nördlich des Parks, in einer ruhigen Seitenstraße empfohlen. Das kleine Boutique-Hotel mit nur 16 Betten hat einen unscheinbaren Eingang, den wir erst mal komplett übersahen. Drinnen empfing uns eine ältere Dame mit der gewohnten japanischen Gastfreundschaft. Erste Handlung: Schuhe ausziehen und zwar schon in der Lobby, wo wir aufgefordert wurden, unsre Straßenschuhe in einem Spind zu deponieren. Nachdem wir alle notwendigen Formulare ausgefüllt hatten, hatten wir damit gerechnet, in Ruhe aufs Zimmer und auspacken zu können. Aber weit gefehlt: Wie so oft hier folgte eine ausgiebige Tour und Einweisung in so ziemlich alle Geräte und Services der Unterkunft. Das Arigato von André hatte langsam aber sicher einen genervten Klang und ich merkte irritiert, dass die Dame meine Fragen zur Klimaanlage nur mit Lächeln und Nicken „beantwortete“ – Englischkenntnisse gleich Null, die englische Führung und Einweisung war (auch wie so oft hier) komplett auswendig gelernt und heruntergebetet.

Nach kurzer Erfrischung zogen wir los, um eine Möglichkeit zum Abendessen zu suchen. Die erste Izakaya ums Eck hatte online gute Empfehlungen, aber „cash only“. Im Lawson ums Eck fand sich glücklicherweise ein ATM, der uns japanisches Bargeld ausspuckte. Zurück an der Izakaya übersetzten wir erst mal mit der Kamerafunktion der Übersetzer-App die Karte und warteten geduldig – bis uns ein freundliches Gäste-Paar erst unverständlich auf Japanisch, dann per Übersetzungs-App erklärte, dass sich das Essen hier lohnen würde, man aber ohne Reservierung keine Chance habe. 🙁 Gleiches machte uns dann auch das Personal klar („looooong waiting, sorry“), sodass wir weiterzogen, um ein paar Hausnummern weiter bei Dan Da Dan fündig zu werden. Ein paar Dumplings und frische Yuzu-Limonade später waren wir ganz schön zufrieden.

Noch ein bisschen die Beine vertreten und das Angebot im Life-Supermarkt ums Eck bestaunen, dann reicht es auch schon für heute, morgen geht’s weiter…

Ein Gedanke zu “Japan No. 5

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