Konnichiwa!

Irgendwie sind noch Unmengen anderer nicht finalisierter Reiseberichte im Entwurfordner, ich komme mit dem Schreiben nicht hinterher, aber daher auch ein bisschen der Versuch, das dieses Mal über ein Live-Reisetagebuch etwas anders zu lösen…

Jedenfalls war es vor ziemlich genau drei Jahren, dass die Reiseplanung für Südkorea stand, wir dann aber mit Blick auf COVID-19 kurzfristig auf Japan umschwenkten. Mit diesem Land hatten wir ohnehin noch eine Rechnung offen, nachdem unsere erste Reise über Weihnachten und Silvester von Fieber überschattet mit arg abgespecktem Programm endete. Die zweite Japan-Reise wurde besser, viel besser. Wir hatten grandioses Wetter, holten die Wanderung durch die zahlreichen Torii des Fushimi Inari-Taisha nach, amüsierten uns übers Maske Tragen und das Desinfektionsmittel überall, hatten insgesamt eine grandiose Zeit und flogen Mitte März 2020, pünktlich zum Beginn des Lockdowns zurück nach Deutschland. Unvergessen die Eindrücke von der Rückreise: ein leer gefegter Flughafen in Tokio, eine kleine Truppe Reisender im Dreamliner (die Crew war zahlenmäßig überlegen), eine gespenstische Leere im Frankfurter Flughafen. Und irgendwie schwebte seit dem Tag unserer Heimkehr im Raum, dass wir sozusagen zur Beendigung der Pandemie unbedingt wieder nach Japan reisen müssen. Zunächst nur eine Idee, dann ein Plan. Spätestens als Japan seine Grenzen im Herbst 2022 wieder für Touristen öffnete.

Nun, da wären wir wieder. März 2023. Fast auf den Tag genau drei Jahre später. Maske Tragen und Desinfektionsmittel waren ja zwischenzeitlich auch in Deutschland unübersehbarer Teil des Alltags und auch wenn es dort inzwischen wieder lockerer zugeht, während des Flugs mit Japan Airlines und hier in Japan ist vielerorts meist noch Maskenpflicht angesagt – und das wird sich auch erst ab dem 13. März 2023 langsam wieder ändern.

Für die Einreise braucht es aktuell einen PCR-Test oder eine Dreifach-Impfung, Genesen wird nicht anerkannt. Vorab muss man sich online via Visit Japan Web registrieren, die Nachweise erbringen und ein paar Daten (Anschrift vor Ort etc.) eingeben. Kombiniert mit dem Einreise-Zettel und der Zoll-Erklärung, die man im Flieger erhält und ausfüllt, geht es dann nach der Landung erst zum Gesundheitscheck (Körpertemperatur-Messung und Mini-Befragung „How do you feel?“), dann zur Einreise und dann samt Gepäck zum Zoll. Fertig und bereit für maximal 90 Tage Touri-Aufenthalt mit schönem Fuji-Aufkleber im Reisepass!

Wir sind übrigens noch keine Stunde im Land und haben schon mehr gedienert und gedankt (Arigato!) als in einem Jahrzehnt zuhause der Fall wäre, aber so ist das hier: Keine Japan-Reise ohne viel Höflichkeit und Geduld im Gepäck, sonst kommt man hier nicht weit.

Next stop? Jedes Mal die JR (Japan Rail) Agency im UG des Narita Airport, die Railpässe abholen. Musste man dazu immer vorab einen Voucher bestellen, der per Post zugeschickt wurde, hat nun während der Pandemie endlich die Digitalisierung Einzug gehalten: Die neue Option bietet (für ca. 10 % Mehrkosten) die Möglichkeit, bei Buchung direkt online einen Reservierungscode zu erhalten, den man dann vor Ort umtauscht. Das spart Papier, die Zeit für den Postversand und vor allem kann man damit auch online die für den Shinkansen obligatorischen Sitzplatzreservierungen vornehmen, ohne immer im Bahnhof am Schalter oder Automaten anstehen zu müssen. Testen wir natürlich dieses Mal aus.

Damit hätten wir endlich alles, sitzen samt Gepäck im Narita Express in die Innenstadt und freuen uns auf unsre Unterkunft. Eine Stunde Fahrt und wir erreichen den ersten Halt, Tokyo Station – wo wir prompt den falschen Ausgang nehmen. Um dann die erste spontane Planänderung der Reise vorzunehmen: Die Fahrt mit dem Uber zum Hotel kann erst mal warten, denn vor unserer Nase reihen sich am Nordausgang unter dem Bahnviadukt kleine Lokale und der Essensduft lässt unsren Magen knurren. Am einladendsten scheint uns das Sakabamihama, wo uns ausgesprochen freundliches Personal an einen freien Tisch wedelt – obwohl der Laden gut besetzt ist und wir mit unsren drei Koffern einrollen… Alles kein Problem, versichert man uns, Hauptsache wir würden Fisch essen.

In der nächsten Stunde erleben wir einfaches, aber wahnsinnig gutes Essen (frittierte Makrele, Hirsch-Sandwich, Soba-Nudeln…), frisches Bier und Lemon Soda, und vor allem viel Gastfreundlichkeit. Wir sprechen drei Brocken Japanisch, das Personal und die anwesenden Einheimischen kaum Englisch, aber mit viel Pantomime und Lachen geht es dann irgendwie. Solche Izakaya-Erlebnisse sind doch immer die besten auf der Reise! Mit einer „Farewell Soup“ als Gruß aus der Küche verabschiedet man uns wohlgenährt Richtung Taxistand, wo unser bestellter Uber wartet und uns endlich ins Hotel bringt.

Genug für heute, gute Nacht!

Nützliche Infos und Links:

Die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes (AA) beachten, dem Krisenreaktionszentrum des AA auf Twitter (@AA_SicherReisen) folgen. Deutsche im Ausland können sich zudem bei ELEFAND, der Krisenvorsorgeliste des AA registrieren, um so im Krisen- und Katastrophenfall von den Auslandsvertretungen schnell informiert zu werden. Im Fall von COVID-19 gab es zum Beispiel per Mail Infos zu englischsprachigen Arztpraxen, Testmöglichkeiten, aktuellen Regelungen etc. Zu Gesundheitsthemen ist auch diese Seite hier sehr hilfreich.
Ansonsten hilft wie immer gesunder Menschenverstand. Bebt die Erde, befolgt man die Durchsagen im Hotel und tut am besten das, was die Einheimischen tun – die üben das nämlich regelmäßig, kennen Fluchtwege und Sammelorte und verhalten sich total organisiert und hilfsbereit. Bzgl. Erdbeben ist es nützlich, auf Twitter diversen Warn-Accounts zu folgen und Warn-Apps wie z. B. Yurekuru Call zu nutzen.

Je nach Jahreszeit wichtig: der Kirschblüten-Forecast. Erhältlich über verschiedene Kanäle. Hier eine Vorhersage für das Frühjahr 2023.

Zum Planen helfen der Lonely Planet Reiseführer Japan und folgende Seiten:

Japan Travel

Asienspiegel

Japan Railpass; Infos zu den relativ neuen Gepäck-Restriktionen für Shinkansen und andere Züge

Kommunikation:

Am besten ein Travel Wifi (meist inkl. Powerbank) mieten, z. B. über die Plattformen, die auch den Voucher für den JR Railpass anbieten. Alternativ eine eSim, z. B. via Holafly.
Unterwegs online zu sein, hilft sehr, v. a. bzgl. Navigation, Uber-Nutzung und Google Translator (wirft zwar manchmal lustige Übersetzungen aus, aber wenn die Speisekarte nur auf Japanisch ist, ist die Kamerafunktion bei Google Translator dann doch ne gute Hilfe zum Überleben…).

Zahlung: 

In den meisten Fällen wird Kreditkarte akzeptiert und man kommt ohne Bargeld aus. An vielen Geldautomaten kann man mit ausländischer Kreditkarte Bargeld abheben (Gebühren beachten).

4 Gedanken zu “Konnichiwa!

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