Back in Japan

Ich hänge hoffnungslos mit den Blog-Beiträgen hinterher, sowohl was Laufevents als auch Reisen angeht. Aber da so viele gefragt haben und es letztes Mal so viel Spaß gemacht hat, führe ich auch dieses Mal mehr oder weniger live ein Reisetagebuch aus Japan, sodass Ihr zum Abendessen bzw. Frühstück was zu lesen habt. 😉

Wie es soweit kommen konnte, kann ich gar nicht mehr so richtig beantworten. Bei der (Fern-)Reiseplanung für diesen Herbst fiel irgendwie einiges raus (u. a. wegen Wetter oder USA, weil kurz vor den Wahlen) und am Ende blieb dann irgendwie Japan übrig. Und irgendwie haben wir dann auch nicht lange gezögert, denn es hat uns die letzten Male immer so gut gefallen, das Land bietet definitiv genug, um neues zu erleben und dann wäre da noch der äußerst attraktive Yen-Kurs. Also gesagt, getan: Direktflüge bei Japan Airlines gebucht, eSim und Railpässe bestellt, Katastrophen-Apps reinstalliert und in der ELEFAND-Liste vom Auswärtigen Amt registriert, und fertig war die Orga von Japan-Trip Nr. 4 (HIER findet Ihr die Liste mit den Infos und Links, Stand Frühjahr 2023, aber alles bis auf die Corona-Schutzmaßnahmen noch gültig. Beim Railpass darauf achten, den dortigen Link zu verwenden, wenn Ihr online kaufen und dann vor Ort nur den Code vorlegen wollt – andere Links führen oft noch zur alten Methode mit Postversand von Vouchern…).

Unsere Route wird sich dieses Mal auf den Norden von Honshu, der Hauptinsel, konzentrieren, außerdem werden wir zum ersten Mal Hokkaido, die nördlichste Insel bereisen. Damit hätten wir dann zusammen mit Shikoku und Kyushu zumindest alle großen japanischen Inseln bereist. Insgesamt müssen wir aber flexibel bleiben, denn offiziell ist hier noch Taifun-Zeit.

Unser Abflug in FFM begann sehr unjapanisch, nämlich mit rund 45 min. Verspätung. Trotzdem kamen wir pünktlich an, und die japanische Crew hat vermutlich erleichtert aufgeatmet.

Mit zig Mal Dienern und Arigato (Danke) folgte beim Ausstieg schon mal ein kleines Warm up für die Zeit vor Ort. Nachdem die Einreise nur so flutschte und das Gepäck zackig da war, war das Zoll-Prozedere ein unerwartetes und Japan untypisches Chaos: Zig Schlangen, keiner hatte den Plan, wo das Ende ist und alles dauerte ewig. Nur um diesen Zettel abzugeben, dass man nichts zu deklarieren hat. Es war noch nie so zermürbend, zumal die Luft stickig und warm war.

Erster Stopp danach war erst mal ein Supermarkt im UG des Flughafens, um Wasser einzukaufen, bevor es weiter zur JR Agency ging, die Codes gegen den Japan Rail Pass eintauschen. Der Japan Rail Pass ist zwar im Herbst 2023 drastisch teurer geworden, aber wenn man weite Strecken bzw. viel Zug fährt, rechnet er sich immer noch im Vergleich zu Einzeltickets.

Im gleichen Schwung machten wir gleich noch die Sitzplatzreservierungen und eilten dann auch schon direkt durch zum Gleis, um den nächsten Narita Express zum Hauptbahnhof in Tokyo zu erwischen. Dieser fuhr natürlich pünktlich und zuverlässig, sauber sowieso (trotz Teppichboden), wie man es aus Japan eben kennt.

Nach rund 1 h Landschaftskino waren wir auch schon da und suchten den richtigen Ausgang: den zum Taxistand. Beim letzten Mal waren wir nämlich etwas planlos an einem Ausgang des Hauptbahnhofs raus, der aufgrund von Absperrungen keine Haltemöglichkeiten für ein Uber-Taxi bot. Den Plan, wie letztes Mal zuerst noch bei Sakabamihama was zu essen, verwarfen wir: Es waren über 30 Grad, wir fühlten uns klebrig und durchgeschwitzt und wollten erst mal mit Sack und Pack ins Hotel.

Das erwies sich später aus mehrfacher Hinsicht als richtige Entscheidung, denn nachdem wir in nur 20 min. mit dem Uber in unserem Hotel in Ueno waren und den Check In erledigt hatten, beschlossen wir, dort vor Ort was kleines zum Abendessen zu suchen. Da wir hungrig und schlichtweg zu faul für eine längere Exkursion waren, ergatterten wir im Bistro Nohga einen letzten Tisch – um uns bei der Ueno Jazz Night wiederzufinden. Neben Musik gab es sehr leckere Drinks und ein Seasonal Tasting Dinner Menu mit französischer Küche in japanisch-herbstlicher Interpretation (u. a. Kastanien, Lavendel und Pilze lassen grüßen!). Gut, dass sich unser Jetlag in Grenzen hielt und wir Essen und Musik genießen konnten (– während sich übrigens das Dating-Pärchen nebenan trotz Jazz-Unterhaltung gelangweilt Katzenvideos auf dem Handy reinzog…). Was ein Auftakt, damit hatten wir echt gar nicht gerechnet!

Im Anschluss ging es auf einen kleinen Spaziergang durchs Viertel, die laue Abendluft (bei immer noch 28 Grad) genießen. Jetzt heißt es, den Jetlag ins Bett bringen, morgen wartet ein langer und vor allem heißer Tag in Tokyo auf uns!

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