Kürbis, Kartoffeln & Kastanien

Konnichiwa! Tag 1 nach unserer Anreise beginnt mit… Hunger auf Frühstück. Der Jetlag hält sich in Grenzen, dafür ist die Temperatur-Umstellung heftig: War es zuhause schon kühler Herbst mit 14 Grad, sind es hier in Tokyo morgens bereits über 30 Grad. Die ursprüngliche Idee einer Laufeinheit verwerfen wir daher ganz schnell wieder. Stattdessen geht es zu Fuß zur Ueno Station und ins nächste Starbucks. Dort (und in den Läden allgemein) ist marketingtechnisch der Herbst eingezogen: Kuchen und Muffins mit Kürbis, (Süß-)Kartoffeln oder Kastanien, obendrauf Karamell. Alles schön in orange-braunen Farbtönen.

Uns ist bei 33 Grad alles andere als herbstlich zumute, wir greifen lieber zu Bananen-Muffin und Matcha Latte, bevor wir uns wieder raus in den Backofen wagen. Immerhin wartet im Ueno Park angenehmer Schatten auf uns, was es minimal erträglicher macht. Der westliche Part rund um den Shinobazu See liegt dagegen leider in der prallen Sonne und es gibt eine lange Schlange, die für den Benten-do-Tempel ansteht und sich von der Gottheit Glück und Reichtum erhofft. Wir werfen von außen einen kurzen Blick darauf und schauen uns lieber den See an, der u. a. Unmengen an gerade verblühten Lotosblumen und einen Bereich mit Entenbooten bietet.

Lange währt das nicht, es ist einfach viel zu heiß in der Sonne und wir gehen zurück in den schattigen Hauptteil des Parks, wo es weitere Tempel und Schreine sowie viele Museen und Japans ältesten Zoo gibt. Wie unerträglich heiß muss es hier erst im Juli/August sein? Wir sind uns einig, dass der Sommer weiterhin die einzige Jahreszeit bleiben wird, zu der wir Japan nicht bereist haben!

Gegen Mittag wird es nicht nur noch heißer, sondern aufgrund des Wochenendes zunehmend voller und wir beschließen, erst mal die Klimaanlage der Bahn zu genießen. Mit der Yamanote Line, die als Ringbahn fungiert und praktischerweise mit dem Japan Railpass nutzbar ist, fahren wir „einmal halb gegen den Uhrzeigersinn“. In Shinjuku angekommen, meldet sich der Hunger und wir machen uns auf zu Sushizenmai, das versteckt im 1. OG liegt und wo wir bei unseren letzten Tokyo-Trips sehr leckeres Sushi gegessen haben.

Zurück in der Hitze der Shoppingstraßen schlägt danach ein kleines Jetlag-Tief durch und wir gönnen uns einen Kaffee bei Allseasons Coffee, einer netten kleinen Kaffeerösterei.

Wieder fit bzw. wach geht es zurück zur Shinjuku Station, wo wir u. a. bei Tokyu Hands durch die herbstlichen Angebote stöbern – auch hier grüßen Kürbis, Kartoffeln und Kastanien, u. a. in Form von Deko-Gegenständen oder Geschirr-Motiven. Der aktuelle Wechselkurs ist verführerisch, aber wir sind noch eine Weile hier und wollen nicht unnötiges Gepäck mit uns rumschleppen, daher muss das Shoppen warten bis zum Ende unserer Reise. Mit einer Ausnahme: Wir kaufen einen Sonnenschirm, hier derzeit das Must have und im Prinzip ein Regenschirm mit UV-Schutz. UV-Schutz ist hier ohnehin ein Ding: Man sieht kaum Menschen mit kurzen Hosen bzw. Röcken oder Trägertops (wenn, dann sind es eher Touris), fast alle tragen lange Hosen/Röcke/Kleider bzw. Langarm-Shirts und ein Besuch bei Uniqlo lehrt uns, dass es fast alle Klamotten mit UV-Schutz gibt, selbst Sakkos.

Erschlagen vom Shoppingangebot machen wir uns mit der Yamanote Line wieder auf den Weg zu unserer Unterkunft, um eine kurze Pause einzulegen. Mangels guter Luftqualität und angenehmer Temperaturen schiebe ich eine Einheit auf dem Laufband ein – nicht weniger schweißtreibend als draußen, trotz Kühlschrankfeeling im Fitnessraum. Der Sushi-Treibstoff von mittags wäre damit wieder verbrannt und der nächste Hunger meldet sich. Direkt ums Eck finden wir eine Izakaya, wobei japanische Kneipen immer ein Sitzplatz- und Essensangebot haben, also eine Art Restaurant mit kleinen tapasartigen Gerichten sind. Hier gibt es verschiedene Arten Takoyaki (Oktopusbällchen). Unser Favorit: die Variante mit Ingwer und Thai-Basilikum!

Zum Tagesabschluss spazieren wir kurz durchs Viertel, bei immer noch knackigen 28 Grad nach 21 Uhr. Morgen nochmal heiße Großstadt, langsam aber sicher freuen wir uns auf die etwas kühlere Nordinsel nächste Woche…

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