Aller guten Dinge sind drei… Die Zeit fliegt nur so und ich war selbst etwas erstaunt, im Mai schon zum dritten Mal in Folge in Göteborg an der Startlinie zu stehen -zum angeblich größten Halbmarathon der Welt. Was reißerisch klingt, mag aber durchaus stimmen: während mehrere Stunden starten in engem Minutentakt Läufergruppen, während der Rest der Stadt am Straßenrand anfeuert.
Wie immer gestärkt mit echter schwedischer Wild-Bolognese ging es kurz nach 14 Uhr zu Startblock -und das wie auch in den letzten beiden Jahren bei strahlendem Sonnenschein und gehobenen Temperaturen. Die ersten Kilometer durch den Slottsskogen Park bringen auch gleich die erste Steigung: die Strecke hoch zum Pinguin-Gehege heißt es kämpfen. Die Erholung danach ist kurz, denn nur wenige Kilometer später geht es kurz und steil hoch auf die erste Brücke übers Wasser. Die Kilometer auf der Nordhälfte plätschern so dahin -zwischen musizierenden Seemannsgruppen, modernen DJs, Rockbands und Abkühlungen per Gartenschlauch. Dann geht’s auch schon wieder hoch auf Brücke Nr. 2, bevor es ins tobende Zentrum, die Avenyn-Einkaufsstraße hoch und runter geht und dann schließlich der Endspurt zurück durch den Slottsskogen-Park folgt. Dann nur nicht trügen lassen: Ziel ist nicht beim Start, sondern noch ein Stück rüber ins und durchs Stadion.
Summa summarum ein tolles Lauferlebnis mit einer Stadt, die zu einer einzigen Laufparty ausufert. Dadurch dass das Startfeld so groß und über Stunden gestreckt ist, hat man auch die Chance, den Start der Spitzengruppe zu sehen. Doch diese Startaufstellung hat leider auch Nachteile: sie ist nicht (nur) nach Zielzeiten, zwischendrin sind immer wieder Firmengruppen u. ä. Dadurch rasseln unterwegs ständig schnelle Läufer in die langsamen Läufer der Vorgruppe und in gehende Läufer aus Vorvorvor-Gruppen… Insbesondere in den schmalen Tram-Spuren am Avenyn ist das eine Herausforderung und mehr Ellenbogen-Kampf als Lauf. Aber ist nicht so tragisch, neue persönliche Bestzeiten sind auf dieser Strecke aufgrund diverser anderer Faktoren (Wind auf den Brücken, sehr kurviger Streckenverlauf, Mittagshitze…) ohnehin eher schwierig. Es gilt: Laufen, Spaß haben und sich mit „Lycka till“ anfeuern lassen. Im Ziel dann lecker Zimtschnecken, Popcorn und Zuckerstangen verdrücken -Hinterzielverpflegung auf Schwedisch! Und als Workout am Abend folgt dann ein schwedischer Pflichtprogramm-Punkt: Eurovision-Finale gucken und Fähnchen schwenken!
Infos und Anmeldung:
http://www.goteborgsvarvet.se/en/





Ein Gedanke zu “Göteborg -zum Dritten!”