Klein, nett, lecker: Lissabon

Verglichen mit anderen Haupt-/Großstädten scheint Lissabon klein. Ist es auch, wenn man sich die (schrumpfenden) Bevölkerungszahlen anschaut. Kaum zu glauben, dass das hier mal eine große Seefahrernation war. Genau davon gibt es aber noch viele Spuren.

Um die Stadt zu verstehen, beginnt man am besten im Kern: in den engen Gassen der Stadtteile Alfama, Baixa, Bairro Alto, Chiado… Hier ist das alte Lissabon spürbar, auch wenn ein guter Teil in der heutigen Form erst seit dem großen Erdbeben besteht. Man kann die Stadt wunderbar zu Fuß entdecken, aber -kleine Vorwarnung- die Stadt besteht im Zentrum im wesentlichen aus Hügeln und verlangt schon eine gewisse Fitness. Wer hochkraxelt, wird mit grandiosen Ausblicken auf Stadt und Tejo belohnt: sei es vom Castelo aus oder von den zahlreichen Miradouros. Wer fauler ist, kann auch auf Hilfsmittel wie den Elevador Santa Justa oder diverse Trams und Standseilbahnen zurückgreifen. Ansonsten gilt wie immer: zu Fuß entdeckt man am besten -ob Street Art, Graffiti, kleine Treppen-Gassen, üppig bestückte Wäscheleinen oder die zahlreichen Häuserfronten, die kunstvoll mit Azulejos gestaltet sind.

Trotzdem lohnt es sich, die Metro zu nehmen: sei es, um die kunstvoll gestalteten Stationen anzuschauen oder um zum ehemaligen Expo-Gelände zu gelangen, um dort das „Océanario“ zu besuchen (Achtung: montags sehr voll, da vieles andere montags geschlossen hat) und im Shopping-Center Vasco da Gama zu shoppen. Shoppen lässt es sich ansonsten sehr gut zentral im Bereich Chiado – Baixa, wobei die vielen Drogen- und Sonnenbrillen-Verkäufer v. a. auf den Plätzen im Bereich Baixa sehr lästig sind.

Auf die Eléctrico kann man eigentlich verzichten. Wer schon mal in Mailand oder San Francisco war und dort Tram gefahren ist, wird hier nichts neues erleben, außer dass er seine Wertsachen verlieren wird -genau dafür ist die Linie 28 nämlich bekannt. Nötig ist die Eléctrico eigentlich nur, um nach Belém zu gelangen. Dort locken neben Monumenten wie Kloster, Torre de Belém und Seefahrer-Denkmal auch eine Aussicht auf Tejo, Ponte 25 de Abril und die Cristo-Rei-Statue sowie natürlich die bekannten Törtchen Pastéis de Belém, eine ziemlich süße Masse aus Blätterteig und Pudding, für die man Schlange stehen muss.

Überhaupt ist Schlange stehen hier durchaus üblich. Erstens wird es als Zeichen für (begehrte) Qualität aufgefasst, zweitens hat man hier Zeit, v. a. beim Essen. Ob mittags oder abends, schnell essen ist hier einfach nicht drin. Hauptgang alleine geht nicht, davor kommen Oliven, Käse, Sardinen und dergleichen (alles meist schon auf dem Tisch und wird berechnet, ansonsten dankend ablehnen und abräumen lassen), hinzu kommt die entspannte Art des Servicepersonals. Essen ist Genuss und das braucht Zeit, scheint hier das Credo zu sein.

Süß ist ebenfalls üblich, v . a. wenn man sich das Angebot in einer Pasteleria anschaut. Ob Pastéis de Nata, Traveisseiro de Sintra oder Bola Berlim, hier hat alles eine Extra Portion Zucker.

Vegetarier dürften es in Lissabon etwas schwer haben, treffen hier v. a. Fleisch und Fisch aufeinander. Steak, Schinken, Würste auf der einen Seite, Oktopus (mit Vinaigrette als Vorspeise!), Kalmare (Lulas grelhadas!), Muscheln, Garnelen etc. auf der anderen Seite -oder auch oft in Kombination. Innereien sind auch beliebt, gerade Seeteufel-Leber gilt als Feinschmecker-Spezialität. Montags sind die meisten Restaurants geschlossen und die wenigen, die offen haben, gut gefüllt. In den guten Restaurants sollte man am Wochenende reservieren, wenn man eine Chance haben will und gewisse Fische und Meeresfrüchte gibt es nur ab Dienstag oder Mittwoch, auch wenn das nicht unbedingt auf der Karte vermerkt ist.

 

Adressen:

Solar Dos Presuntos – quasi das Wohnzimmer von Benfica, sehr nettes Personal, ruhig was von der Tageskarte nehmen

Chocolataria Equador – super Schokoladen-Auswahl

Sea Me, Peixaria Moderna – Sushi und modernere Fisch-Küche

Santini und Amorino – die Klassiker im Bereich Eiscreme, die Schlange bei Santini lohnt sich: sehr intensives Fruchteis

A Padaria Portuguesa – Sehr leckeres Frühstück zu unglaublichen Preisen (Kaffee unter 1 Euro, frisch gepresster Saft unter 2 Euro)

Aqui há peixe – kleiner Fischtempel mit sehr leckerer portugiesischer Küche

Pois Café und Kaffeehaus – zwei österreichische Institutionen in Lissabon

20140416-095133.jpg20140416-095152.jpg

 

20140416-095200.jpg20140416-095212.jpg

 

20140416-095224.jpg20140416-095343.jpg

 

20140416-095354.jpg20140416-095406.jpg

 

20140416-095418.jpg20140416-095428.jpg

 

20140416-095441.jpg20140416-095501.jpg

 

20140416-095511.jpg20140416-095723.jpg

 

 

Schreibe einen Kommentar