Nix mit Sayonara

Vorweg: Dieser Beitrag lag möglicherweise seit Herbst 2024 „in der Schublade“. Meine Koffer waren zwischenzeitlich schon an zig anderen Orten unterwegs, ich bin mit den Reiseberichten hoffnungslos im Rückstand, aber gerade motiviert, das zu ändern!

„Sayonara“ ist vielen von uns bekannt, aber die meisten wissen nicht, dass das in Japan für endgültigen Abschied verwendet wird. Daher kann ich ruhigen Gewissens auf dieses Wort verzichten, wenn ich vom letzten Tag meines Japan-Trips im Herbst 2024 schreibe. Denn irgendwie war da schon klar, dass ich wiederkommen werde.

Die Koffer sind gepackt, die Shoppingausbeute des Vortages verstaut, das „We are safe“-Magnetschild an der Zimmertür unseres Hotels haben wir mangels Erdbeben Gott sei Dank nicht gebraucht und die Straßen Ginzas sind zu dieser Zeit noch ruhig. Es ist 6:30 Uhr am Morgen und außer einigen gähnenden Nachtschwärmern in Party-Outfits ist kaum jemand unterwegs.

Während wir an der Kreuzung auf unser Uber-Taxi warten, passiert mal wieder eine typisch japanische Szene: Wir schauen auf unsren Handy-Screen, um zu sehen, aus welcher Richtung der Uber-Fahrer kommt und ob wir auf der richtigen Straßenseite stehen. Ein vorbeikommender Radfahrer interpretiert das so, dass wir den Weg suchen, hält und will uns den Weg zeigen. Englisch spricht er leider nicht und wir versuchen ihm irgendwie verständlich zu machen, dass wir dankbar für seine Hilfe sind, aber keine brauchen. Er lässt nicht locker. Wir versuchen das Gespräch nett abzubiegen und bewundern sein Rad (von Specialized) und sein Trikot (mit Lidl-Logo) – das wiederum versteht er sofort und unser Dialog besteht darin, allerlei Radmarken zu nennen (und zu erklären, dass Lidl ein deutscher Supermarkt ist), bis unser Taxi kommt und er gut gelaunt und freundlich dienernd weiterfährt. Sport, und nicht nur Fußball, ist eben immer ein dankbares Thema zur Völkerverständigung und funktioniert irgendwie immer.

An der Tokyo Station nehmen wir den nächsten Narita Express-Zug und sind frühzeitig am Flughafen. Ich habe mit Zeitpuffer kalkuliert, da wir im Jahr davor ewig an der Gepäckabgabe anstehen und dann mehr oder weniger rennen mussten, um rechtzeitig am Gate zu sein. Das ist glücklicherweise komplett anders: In nur 15 Minuten haben wir an einem der Terminals mit Self Service das Gepäck aufgegeben. Die Sicherheitskontrolle verläuft auch zügig, wir dürfen sogar den großen, in Japan gekauften Stockschirm mit ins Handgepäck nehmen – irgendwie nicht verwunderlich, Regen- und auch Sonnenschirm sind hier echt ein Ding.

Danach geht’s durch die Shoppingmeile, noch ein paar japanische Süßigkeiten (nein, keine Katzen-Kekse) kaufen. Auf die Reiskocher, die der letzte Hit zu sein scheinen, verzichten wir lieber.

Die restliche Zeit vertreiben wir uns in der Sakura Lounge von JAL, wo es eine große und leckere Frühstücksauswahl gibt. Ich genieße nochmal die japanische Variante, die europäische erwartet mich schließlich früh genug zu Hause.

Der Weg zum Gate und das Boarding gehen viel schneller als sonst: Wir haben beim Einchecken die Option „Face Express“ gewählt, sodass wir weder Ticket noch Reisepass brauchen, alles funktioniert mit Gesichtserkennung. Schöne neue Welt, praktisch und unheimlich zugleich.

Auf dem Weg zum Rollfeld ein letzter Blick aus dem Fenster, draußen dienert und winkt das Personal zum Abflug. Typisch Japan.

So geht Japan-Trip Nr. 4 zu Ende. Aber nix mit Sayonara. Denn Japan-Trip Nr. 5 ist aktuell in Planung, die Flüge gebucht und die Wunschliste, was ich dort alles sehen möchte, noch lange genug für zig weitere Japan-Reisen…

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