Nach Regen kommt Sonne: Bei der Abreise aus Hakodate werden wir von strahlendem Sonnenschein begleitet. Wir verabschieden uns von Hokkaido, der Nordinsel, und es geht mit dem Hayabusa Shinkansen zurück nach Honshu, der Hauptinsel.
Wir sind recht früh dran und die Pyjama- und Hausanzugdichte im Frühstücksraum des Hotels ist um einiges höher als am Vortag zur späteren Zeit. Nachdem ich gestern ein eher europäisches Frühstück mit Vollkornbrot, Marmelade, Honig und Müsli genossen habe, steht heute die japanische Variante auf dem Plan: Miso-Suppe mit diversen Toppings (Algen, Sesam, Frühlingszwiebeln…) und Reis aus Keramikdosen, die zum Warmhalten in hübschen kleinen Stoffbeuteln, die ich erst für Brotkörbe gehalten habe, stecken.
Ein kurzer Fußmarsch und wir sind an der Hakodate Station, wo wir den Hakodate Liner, einen Regionalzug zum Bahnhof Shin-Hakodate-Hokuto nehmen. Dort wartet auch schon der Hayabusa Shinkansen Richtung Süden, der uns aber leider vor der Nase wegfährt. Wir haben noch keine Sitzplätze reserviert bzw. die Reservierungstickets am Automaten ausgedruckt, daher müssen wir leider über 1 h warten. Ausgerechnet gegen Mittag ist ein Loch im Fahrplan. Ich nutze, dass im Bahnhofszentrum wenig los ist und lasse meinen Japan Rail Pass erneuern, der neuerdings an jeder Schranke Probleme machte und mich aufforderte, das Bahnhofspersonal zu kontaktieren. Außerdem bleibt so genug Zeit für die Mittagessensauswahl. Leider gibt es nur gekühlte Ekiben/Bento-Boxen mit frischem Fisch, daher entscheide ich mich für Apfeltaschen und Onigiri (Reisecken) mit gegartem Lachs, auch wenn das schon die zweite Portion Reis für heute sein wird.
Entspannt geht es zum Bahngleis, die Wartenden stehen schon geduldig an der jeweiligen Schranke und ich würde mir wünschen, bei der Deutschen Bahn gäbe es diese immer gleiche und zuverlässige Wagenreihung mit Kennzeichnung am Gleis. Wie schon auf der Hinfahrt geht es mit dem Zug durch den Seikan Tunnel, unter dem Meer hindurch. Keine 3 h später kommen wir in Sendai an, wo wir bei schwül-warmen 28 Grad aussteigen und nach kurzem Fußmarsch im Hotel ankommen. Gerade rechtzeitig, denn es beginnt zu regnen.
Auf der Suche nach den Sushi-Restaurants, die ich online recherchiert habe, irren wir abends im Bahnhofsviertel umher. Hier gibt es so viele Restaurants, das meiste ist nicht auf Englisch und wir finden keine der beiden Adressen – dafür aber adäquaten Ersatz in der Lebensmittelabteilung im UG des Bahnhofs. Dort gibt es alles, was das Herz begehrt: Backwaren, Frittiertes, Suppen, Sushi… und zwar selbst im Fall von Sushi in einer Qualität, die zuhause einige Restaurants nicht überbieten könnten. So endet der Tag, wie er angefangen hat: Mit Reis.
Einziger Nachteil dieser Option: Es ist alles zum Mitnehmen. Da wir mit dem Sushi nicht durch die Wärme zurück ins Hotel stiefeln wollen, bleibt uns nur, auf einer der Bänke in der Bahnhofshalle zu essen. Soweit kein Problem, nur dass man mangels Mülleimern danach alles erst mal mitschleppen muss. Zumindest bis zum nächsten Supermarkt, wo wir die Verpackungen endlich loswerden. Notiz am Rande: So umweltbewusst und nachhaltig in Japan viele Maßnahmen sind, bei den Lebensmittelverpackungen herrscht eine Plastikflut ohnegleichen…
Auf dem Abendspaziergang begegnet uns immer wieder Anpanman: als Statue, Bodenbild usw. Bei uns nicht ganz so bekannt, ist die Comicfigur in Japan interessanterweise die kommerziell erfolgreichste, noch vor Pokemon, Hello Kitty & Co. In Sendai gibt es wohl einen Themenpark – den wir garantiert nicht besuchen werden, mir reicht die ungeplante Fahrt mit dem schrillen Anpanman Train letztes Jahr auf Shikoku! Dafür haben wir für morgen einen anderen spannenden Ausflug geplant…







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