München statt Mailand, aber verhungern kann man auch hier nicht, wobei es hier logischerweise deftiger zugeht. Zum Aperitif Oliven oder Gewürzgurken auf dem Viktualienmarkt, zum Hauptgang Bauernente mit Blaukraut und Knödeln beim Augustiner am Dom -touristischer geht’s nicht. Krönen kann man das nur noch mit einem Besuch bei Dallmayr in der Kaffeestube. Alternativ kann man am Wiener Platz bei „Celebrita“ (klein aber oho) gute italienische Küche genießen, u. a. zarte Hähnchenleber auf Rote Bete oder saftige Scaloppine al limone. Wen es in die Balanstraße verschlägt, wird auch nicht verhungern, sofern er die Wahl trifft zwischen z. B. „Klingelwirt“ (deftige Bio-Küche und -logisch- Bier) auf der einen und „Teatro“ (Tapas-Bar, abends unbedingt vorreservieren) auf der anderen Seite. Die Kaffeepause dazwischen legt man z. B. am Gärtnerplatz bei „Cotidiano“ ein oder -viel schöner- im Literaturhaus in der Brasserie „OskarMaria„: hier sollte man unbedingt schön brav den Teller leer essen und die Tasse austrinken, den nur so kommt man in den Genuss von Jenny Holzers Denkmal für Oskar Maria Graf. Danach ist man gerade in der richtigen Stimmung für die dortigen Ausstellungen wie z. B. kürzlich „Loriot. Spätlese“, die jetzt durch die Republik tourt. Wem nach ernsterer Kunst zumute ist macht einen Abstecher ins Lenbachhaus. Allgemein wegen der Kunst, die dort gezeigt wird, wegen der phänomenalen Glasleuchte in der Eingangshalle und derzeit besonders wenn man Gerhard Richters Schaffen näher verstehen will („Atlas“, noch bis 9.2.). Wer nach der Masse an Schnipseln, die Richter seit mehreren Jahrzehnten zusammengetragen hat, Hunger hat, kann sich im „Ella“ (direkt im Museum) verwöhnen lassen -vorausgesetzt man ergattert einen Platz. Auch wer abends halbwegs dekadent zwischen Münchens pelzbehangener Schickeria einen Drink nehmen möchte, sollte sich rechtzeitig einen Platz sichern, denn die üblichen Verdächtigen wie das Schumann’s sind schnell überfüllt. Erfrischend nüchtern und ohne Blingbling ist dagegen der Dom, eine echte Überraschung im sonst so auf’s Äußere bedachte München.











