Sakura

Eine letzte Nacht in den Bergen und es geht wieder zurück in die Stadt. Die Rückreise startet unfreiwillig mit einem 1,5 km langen Fußmarsch inklusive Gepäck, da das nächste Taxi laut Hotelrezeption erst in ca. 50 min. zum Hotel kommen kann. Die Schlange an der Haltestelle für den Busshuttle ist arg lang und auf die Wartezeit haben wir auch keine Lust. Gut, dass es bergab geht und unsre Koffer Rollen haben. Am Bahnhof Hakone-Yumoto angekommen trauen wir unsren Augen nicht: Dort am Taxistand stehen mehr als genug Taxifahrer, die nix zu tun haben. Aber egal, wir sind ja gut zu Fuß und haben es in kurzer Zeit hergeschafft.

Mit dem nächsten Regionalzug geht es nach Odawara, wo wir erst mal in Ruhe bei Starbucks frühstücken und online unsere Sitzplätze im nächsten Zug reservieren: mit dem KodamaShinkansen geht es zurück nach Tokyo, die Fahrt dauert gerade mal eine knappe halbe Stunde.

Zeit für ein kurzes Fazit zu Hakone und Umgebung: Die Landschaft ist toll, das Vulkantal Owakudani war für uns ein beeindruckendes Erlebnis, ebenso der Ashi-See und der Hakone-Schrein. Auch die Wanderung auf dem alten Tokaido-Fernweg war wunderschön. Die Unterkünfte in Hakone sind jedoch hoffnungslos in die Jahre gekommen (oder besser gesagt heruntergekommen) und überteuert. Die Übernachtungen dort haben uns mehr gekostet als die im 5*-Hotel in Kyoto. Wir hätten besser ein gutes Hotel in Tokyo in Bahnhofsnähe (Shinjuku Station für den Romance Car oder Tokyo Station für die JR-Verbindung via Odawara) genommen und wären gleich früh morgens mit dem Zug los nach Hakone und abends zurück. Angesichts der kurzen Fahrtzeit echt machbar – und weitaus angenehmer ohne Gepäck, günstiger natürlich auch. Aber: That’s life, so viel zu den Reise-Learnings, ohne die es ja auch irgendwie langweilig wäre.

In Tokyo erwartet uns ebenfalls sonniges Wetter, aber es ist fast doppelt so warm: 21 Grad! Kein Wunder, dass wir aus den Nachrichten erfahren, dass hier Dank der seit Anfang März sehr warmen Temperaturen die Kirschblüte bereits vor zwei Tagen eingesetzt hat – ungewöhnlich früh, im Schnitt zehn Tage früher als gewöhnlich. Die volle Blüte wird für die nächste Woche erwartet. Ab jetzt also erst recht alles im Sakura-Modus, nachdem die Marketing-Maschinerie schon seit Wochen alles in Rosa und mit Blüten versieht.

Per Uber geht es von der Tokyo Station quer durch die Stadt nach Shinjuku. Die Menschen alle ohne dicke Jacken, mit Sonnenbrille, es ist richtig Frühling! Wir werfen nur kurz unser Gepäck im Hotel ab und spazieren die Straße runter. Es ist wirklich erstaunlich zu sehen, wie die Menschen bei den blühenden Kirschbäumen stehen bleiben, fotografieren, filmen und einfach unglaublich guter Laune sind. Was so ein paar Blüten ausmachen!

Wir schlendern weiter und schauen nochmal bei (Tokyu) Hands vorbei, diesem wunderbaren riesigen Laden, der offiziell als Baumarkt gelistet ist, aber einfach alles verkauft: vom Lachmuskeltrainer über DIY-Katzenbäume, Chemie-Baukästen, Massagepistolen, Gesichtsmasken bis hin zu Schreibwaren und Gepäck. Gutem Wechselkurs und Taxfree Shopping sei Dank kaufen wir noch einen weiteren Koffer der Hausmarke, mit deren Qualität wir bereits seit einigen Jahren sehr zufrieden sind. Heute haben wir auch Zeit und werden nicht ungeduldig, als das übliche Prozedere einsetzt: Man verkauft uns nicht die Ausstellungsstücke, sondern holt ein neues Exemplar im Lager, das dann komplett vorgeführt wird, mit Test aller Reißverschlüsse & Co. Und am Counter gibt’s als Dankeschön dann noch, passend zum Jahr des Hasen, ein Lucky Charm in Hasenform geschenkt.

Shopping macht hungrig und wir steuern zielstrebig Sushizanmai an, das etwas versteckt in einem oberen Stockwerk liegt. Wen die schrille Werbung nicht abschreckt, der bekommt hier wahnsinnig leckeres Sushi. Hier waren wir schon vor der Pandemie, hier wollen wir uns auch heute eine leckere Sushi-Mahlzeit gönnen. Es ist viel los, es gibt eine Warteliste, aber wir kommen schnell an die Reihe und sitzen bald schon am Tresen mit Blick auf die emsigen Sushi-Köche. Der Besuch lohnt sich auch dieses Mal und eine Stunde später steigen wir satt und glücklich in den Aufzug nach unten, den Rest des Tages und das schöne Wetter draußen genießen.

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