Santa Barbara oder: just relax!

Santa Barbara ist speziell. Hier gibt’s erst mal Regeln. Mehr Regeln als sonstwo in den USA (gefühlt zumindest). Regeln in unserer airbnb-Unterkunft (kein Parfüm, keine Schuhe im Haus, 22 Uhr Nachtruhe…), Regeln in der Stadt (kein Skateboarden auf dem Bürgersteig, oft kein Rechtsabbiegen und kein Parken…) und Regeln am Strand (kein Alkohol). Bei der Erwähnung von „keine Drogen“ waren wir erst mal erleichtert -nach den dichten Graswolken in San Francisco freuten wir uns über klare Luft… 🙂

Dafür ist dann alles recht entspannt, denn eigentlich sind hier alle ziemlich relaxt (Ob es am Klima liegt, am Sport oder der Yoga-Quote? Oder weil hier einfach alles ein bisschen Öko ist?) und wie immer gibt es Wege, die Regeln zu umgehen. Kein Alkohol am Strand z. B. aber oberhalb dann das Restaurant, wo sich alle schon zur Mittagszeit die Cocktails reinkippen. Ja nee, is klar.

Immerhin gibt’s hier jenseits von Starbucks mal ordentlichen Kaffee (The French Press, State Street), aber auch so mysteriös klingende Heiß-Getränke wie „Magic Bowl“ (keine Ahnung, was ich da getrunken habe, sowas wie trüben Kräutertee mit Milchschaum?!). Den Touri-Walk durch Downtown kann man kurz halten, erstens ist das Zentrum nicht groß, zweitens ist es ziemlich anstrengend, den Blick auf die Architektur zu richten und den Touri-Kram auszublenden. Stearns Wharf und der Hafen sind nett, aber eben auch Touri-Epizentrum. Gleiches gilt für die Strände in dieser Ecke.

Besser, man bewegt sich westlich. Shoreline Park ist zum Picknicken nett (nachdem sich alle um die Ecke bei Lazy Acres eingedeckt haben), bietet einen guten Start für eine Laufrunde und abends eine gute Aussichtsplattform für einen Sonnenuntergang.

Noch besser wird es jedoch noch weiter westlich, wenn man die Stadt schon fast verlassen hat: Hendry’s Beach (Cliff Drive), den man kaum finden wird, wenn man nicht weiß, dass er hier Arroyo Burro Beach heißt und auch so ausgeschildert ist. Da ist man unter Einheimischen, was auch bedeutet, dass die Hunde-Dichte ziemlich hoch ist. Aber es gibt ja Regeln: linksrum ohne Leine, rechtsrum angeleint und bitte immer am Strandzugang mit Tüten ausrüsten, um die Hunde-Hinterlassenschaften zu beseitigen. Ordnung muss sein. Alkohol ist natürlich verboten, zumindest am Strand, oberhalb beim „Boathouse“ gibt’s leckere Cocktails und noch leckerere Seafood-Pasta und Angus Beef-Burger (zu bezahlbaren Preisen ohne Touri-Aufschlag). Nach einer Stärkung sollte man unbedingt wieder zu seinem Beobachterposten am Strand zurückkehren, sonst verpasst man womöglich die Delfine, die zwischen Bucht und Channel Islands vorbeiziehen.

Dass Santa Barbara die teuerste Wohngegend in den USA ist und der durchschnittliche Hauspreis bei über einer Million US-Dollar liegt, mag man im Zentrum vielleicht nicht unbedingt glauben, wohl aber in anderen Stadtteilen. Nordöstlich, rund um die Mission Santa Barbara steht eine schöne Finca nach der anderen (Montecito gehört immerhin zu den reichsten Bezirken der USA), auf den Hügeln thronen Anwesen, die Hearst Castle Konkurrenz machen und Whole Foods liegt strategisch geschickt um die Ecke vom Golf Club. Von noblem Getue und BlingBling aber keine Spur, eher hundefreundlich, relaxt und ein bisschen Öko.

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