Bis ich zum ersten Mal da war, habe ich den Hype um diese Stadt einfach nicht verstehen können. Selbst als ich oben auf „Top of the Rock“ stand, war ich leicht enttäuscht: das also war Manhattan? Dieses kleine Inselchen? (Irgendwie hatte ich als Vergleich dazu den riesigen Gebäudeteppich vor Augen, den man in Paris von Sacré- Coeur / Montmartre aus sieht…) Aber nun gut, manches braucht einfach ein bisschen Anlauf und was ich inzwischen sehr an dieser Stadt mag: man wird einfach nicht müde, sie immer wieder neu zu entdecken!
Natürlich gibt es da die typischen Touri-Sachen, die man beim ersten NY-Besuch auf jeden Fall machen sollte: Aussicht von „Top of the Rock“ genießen, mit der Fähre rüber zur Freiheitsstatue fahren, Ground Zero und die 9/11-Gedenkstätte besuchen, aber darüber hinaus gibt es noch so viel mehr. Unweit vom Ground Zero lohnt sich ein Besuch in der St. Paul’s Chapel, für mich weitaus berührender als die eigentliche Gedenkstätte mit den Wasserbassins. Nebenan beeindruckt Oculus Plaza mit seiner Rippenarchitektur (irgendwie hat es von außen was von einer Kreuzung aus Igel und Stinktier 😉 ).
Ansonsten kann ich nur empfehlen, Städte zu Fuß zu erkunden. Und spätestens da zeigt sich dann doch, dass diese Stadt nicht so klein ist, wie sie vielleicht von einer Aussichtsplattform aus betrachtet scheint. Jedenfalls explodiert die Anzeige bzgl. Schrittzahl bzw. Kilometer auf der Smartwatch förmlich… Zum Erkunden bieten sich an: Battery Park im Süden (mit toller Aussicht), Meatpacking District und High Line, Chelsea Market (zugleich als Picknick-Stopp) und natürlich mal eben über die Brooklyn Bridge. Gott sei Dank gibt es in NY Uber und man kann sich mal eben abholen und zurück ins Hotel fahren lassen, wenn man zu müde zum Laufen ist…
Wer eine Dosis Kultur möchte, aber in „bekömmlicher Portion“, der ist im Museum of Modern Art (MoMA) eigentlich immer gut aufgehoben. Empfehlenswert sind auch die Sonderausstellungen. Am besten Tickets online und nicht vor Ort kaufen und vorab über die eventuelle Einschränkungen wegen Umbau informieren (das neue MoMA soll im Herbst 2019 eröffnet werden, bis dahin ist Baustelle…). Gratis und immer zugänglich ist die LOVE-Skulptur von Robert Indiana, die an der 6th Avenue kurz vorm Central Park zu finden ist.
A propos Central Park: unbedingt die Laufsachen einpacken! Eine große Runde den East und West Drive entlang (die reinste Lauf-Autobahn!) und man hat schon mal ein solides Sightseeing in der Tasche -und einige Kilometer. Das ganze lässt sich dann noch mit anderen Diagonalen, Schlaufen und Runden kombinieren, sodass einem garantiert nicht langweilig wird, dafür locken auch zu viele Fotostopps. Zwei große Runden inkl. Weg vom/zum Hotel und ich hatte 23km Laufeinheit in den Beinen. Marathontraining in NY? Kein Problem! Die Runde um das Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir bietet sich als sog. Shuman Running Track zwar ebenfalls an, zumal sie nicht asphaltiert und daher etwas angenehmer ist, was den Untergrund angeht, aber man darf hier nur in eine Richtung laufen und die relativ enge Strecke ist direkt an einem hohen Metallzaun um den See herum entlang -eher nicht so mein Ding. Eine andere Möglichkeit bietet die „New York Running Company„: nicht nur ein Laufshop mit prima Beratung und toller Produktauswahl, sondern auch ein Anbieter von Lauftreffs mit Guide, Produkttests etc.
Adressen und Tipps:
Uber – statt Taxi. Bargeldlos, günstig, per App nutzbar.
Telekom – Prepaid SIM-Karte vor Ort im Laden kaufen, gutes Datenvolumen für wenig Geld.
Starbucks Reserve Roastery – eine der wenigen Filialen des neuen Roastery-Konzepts von Starbucks. Unbedingt anschauen (und lecker essen)!
Whole Foods, Trader Joe’s – reingehen, anschauen und lecker essen. Die Whole Foods-Filiale am Bryant Park ist sehr zu empfehlen für einen Lunch-Stopp: Salatbar, Sushibar, Austernbar…
Amazon Books – wie online nur offline: Top-Bücher, Empfehlungen ähnlich zu… muss man mal erlebt haben. Filiale in der Mall am Columbus Circle.
Davids Tea – Leckerer Tee, nette Produkte wie z.B. To Go-Becher. Kette, diverse Filialen.
Magnolia Bakery – Muffins, Cupcakes, mmh…
Joe’s Shanghai – Wahnsinnig gute Soup Dumplings! Sehr lecker! Menge erst mal nicht unterschätzen, die Knödel-Teile sind groß… Drei Filialen, ich kann die in Midtown und die in Chinatown empfehlen.
The Clocktower – gehobene Küche in spezieller Location: einem Uhrturm. Zeit und Muße mitbringen. Nix für den schmalen Geldbeutel. Unbedingt vorab online reservieren.
The Skylark – Drinks mit Aussicht. Früh am Abend (Danke, Jetlag!) kann man ohne Reservierung hoch zur Bar fahren, einen Drink und die tolle Aussicht genießen. Später wird’s voll und laut (DJ).
The Knickerbocker – ziemlich tolles, luxuriöses Hotel im Theater District, direkt ums Eck vom Times Square. Unter normalen Umständen relativ teure Zimmerpreise, aber mit ein bisschen Glück günstig zu haben: einfach wenige Tage/Wochen vor der Anreise das Hotel-Angebot in der App von HotelTonight checken, mit ein bisschen Glück richtig tolle Restkontingente der gehobenen Hotel-Kategorie zu günstigen Preisen erwischen und die bisherige Hotelbuchung stornieren (bei der ursprünglichen Buchung über Hotel-/Reise-Onlineportale unbedingt auf Stornierbarkeit bis z.B. 24h vorher achten!). Nutzen wir regelmäßig und hat uns bei den letzten Reisen einige tolle Hotel-Aufenthalte und nette Ersparnisse beschert :-).










