Melbourne Down Under

Zugegebenermaßen sind rund 24h Reisezeit und Ankunft um 4:45 Uhr morgens kein perfekter Start, um mit dieser Stadt warm zu werden. Aber dafür macht sie es einem nicht unnötig schwer: man hat gar nicht das Gefühl, weit weg, Down Under zu sein. Nein, das hier könnte durchaus auch irgendwo in Europa sein. Spätestens bei der Begeisterung für Afternoon-Tea-Rituale wird es sehr britisch. Abgesehen davon habe ich das Gefühl, hier kaum einen „echten“ Australier zu treffen. Alle sind irgendwie Expats, ob aus Griechenland, Frankreich, China, Pakistan oder woher auch immer. Und alle sind total freundlich und hilfsbereit.

Was man schnell lernen muss, um es sich nicht zu verscherzen: Kaffee ist hier super wichtig. Oder sagen wir besser GUTER Kaffee. Von daher sollte man schnell vergessen, Starbucks als Kaffeeanbieter zu sehen, kommt hier gar nicht gut an! Jeder Uber-Fahrer hier kann einem auf Anhieb mindestens fünf Stellen nennen mit gutem Barista-Angebot. Uber ist gleich ein gutes Stichwort: man ist hier digital. Handy-Karten mit großem Datenvolumen gibt’s schon für kleines Geld, gratis wlan an zig öffentlichen Hotspots und Zahlung läuft fast nur über Karte, Google Pay, Paypal und dergleichen. Mautstationen sind ebenfalls Fehlanzeige, läuft alles elektronisch. Und einige Öffis im Zentrum („Free Tram Zone“) sind gratis -noch besser.

Was mir sonst von dieser Stadt in Erinnerung bleibt? „Four seasons in a day“, wie man hier als Touri gleich gewarnt wird. Will heißen: das Wetter ist super wechselhaft. Eben noch strahlender Sonnenschein, einen Moment später Regen und Sturm -und wieder zurück und von vorne usw. Also immer Sonnenbrille UND Regenschirm einpacken. Und warme Sachen -denn im australischen Herbst/Winter (= unser Sommer) wird’s hier echt ungemütlich. Auch wenn die Stadt am Wasser liegt: sie ist grün. Das Angebot an Parks ist groß und selbst an der Küste entlang Richtung Süden verläuft der Bay Trail zwischen Strand/Felsen und grünem Parkstreifen. Wer Tiere sehen will, kann zwar durchaus in den sehr nett angelegten Zoo gehen, aber noch besser ist folgendes: bei Dämmerung raus auf den Pier von St. Kilda, dort den Sonnenuntergang abwarten und zusehen, wie die kleinen blauen Zwergpinguine einer nach dem anderen an Land hüpfen.

Meine Lieblingsorte in Melbourne:

Melbourne Museum – sehr interessante Sonderausstellungen, gut aufbereitete Dauerausstellung; wem das nicht reicht: nebenan ist ein IMAX.

State Library Victoria – ein interessanter Mix aus Bibliothek und Museum, dauerhafte Kunstausstellung, Sonderausstellungen zu Themen rund um Literatur und Stadt, sehr nettes und hilfsbereites Personal, gratis. Am beeindruckendsten ist der große Lesesaal unter der großen Kuppel.

Queen Victoria Market – Markthallen-Komplex mit diversem Angebot; ideal für einen Snack zwischendurch. An manchen Tagen auch Nachtmarkt. Unbedingt vorher Öffnungszeiten checken.

Chadstone Shopping Centre – sehr modernes und sehr großes Shoppingcenter mit hunderten von Geschäften und Food Court.

Eau de Vie – Cocktails!

The Lui Bar – Cocktails mit super Aussicht über die Stadt!

Maha – indische Spezialitäten. Zeit mitbringen und das Degustationsmenü nehmen sowie das begleitende Weinmenü.

The Prince of Wales Hotel – Institution in St. Kilda. Kürzlich renoviert. Sehr nettes, modernes Design.

The Galleon Café – kleines, unscheinbares Café in St. Kilda. Super Müsli, Pancakes, Kaffee, was auch immer. Alles lecker!

Ichi Ni Izakaya – Leckeres Sushi an der Strandpromenade von St. Kilda. Mittagsmenü.

Esplanade Market – Markt mit Essen, Schmuck, Trödel etc., sonntags in St. Kilda.

Bay Trail – von St. Kilda entlang der Küste nach Süden, u.a. die bunten Strandhäuschen in Brighton Beach anschauen und den Blick auf die Skyline von Melbourne genießen.

 

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