Unverhofft kommt oft. Eigentlich sollte nach dem Halbmarathon beim Göteborgsvarvet Urlaub bzw. Regeneration anstehen. Eigentlich. Aber was macht man, wenn man für einen Städtetrip nach Dublin reist und die Unterkunft in Sandymount liegt? Richtig, man entdeckt den Strand samt Promenade, sieht andere Läufer und schnürt gleich selbst wieder die Laufschuhe.
Aber Sandymount Strand ist schließlich nicht irgendein Strand, nein, er spielt in „Ulysses“ in gleich zwei Kapiteln eine bedeutende Rolle und ist definitiv eine der schönsten Stationen, wenn man in Dublin auf den Spuren von James Joyce wandeln (bzw. eher laufen) will -ohne dafür gleich den dicken Schinken (nochmal) lesen zu müssen. Wenn man dann schon beim Sightseeing ist, kann man gleich auch noch einen Martello Tower sowie die mexikanische (!) Statue „Awaiting the Mariner“ bewundern. Und wenn einem nach Gesellschaft bzw. Event ist, sollte man vorher durchaus mal das Internet fragen, bevor man unverhofft in eins der zahlreichen Laufevents am Strand reinrasselt. So habe ich leider einen 5km-Spendenlauf knapp verpasst -schade!
Wer keine Lust auf Strandfeeling hat, hält sich einfach nördlich: am Ende von Sandymount Strand dreht man eine Schleife um das Meeresbecken und schon ist man mitten im Grünen. In der Irishtown Nature Reserve schlängelt sich auf einer Landzunge ein breiter Pfad nach draußen und offenbart wunderbare Ausblicke: auf die Küste von Süd-Dublin, auf das Meer und auf blühende Steilufer. Eine faszinierende Kulisse, während man sich weiter nach Osten arbeitet, dem Poolbeg Lighthouse entgegen. Aber Achtung, der Leuchtturm scheint anfangs relativ nah, sodass man die Entfernung leicht unterschätzt -da wird aus dem geplanten 5km-Morgenlauf vor dem Frühstück mal eben ein längerer Lauf mit knurrendem Magen…
Wem das alles zu flach und langweilig ist, der nimmt den Zug nach Howth und absolviert dort den Cliff Walk. Dort gibt’s zwar auch Meeresblick mit Leuchtturm, aber weitaus steilere Clippen und vor allem mehr Höhenmeter auf der Strecke selbst. Schon die kleine 5-6km-Strecke hat es in sich. Mit Blick auf den schmalen Pfad und den stellenweise aufkommenden „Gegenverkehr“ sollte man Laufen vielleicht besser bleiben lassen und zu Wandern switchen. Spätestens auf der großen Schlaufe wird man ohnehin dazu gezwungen, wobei da dann ein Mix aus Wander- und Klettermodus angesagt ist. Nimmt man aber alles gerne auf sich beim Anblick dieser Kulisse -Kerrygold-Werbespot live erleben!
Laufurlaub in Dublin? Hatte ich doch gar nicht so geplant… -der Marathon dort findet nämlich im Herbst statt, hab ich extra vorher gecheckt 😉







