Hola Madrid!

Madrid in drei Schlagworten? Für mich Hügel, Kulisse und Genuss.

Hügel, nun, da muss man eigentlich nichts weiter zu sagen. Madrid ist die höchstgelegene Hauptstadt der EU und eine einzige Ansammlung von Hügeln. Ständig geht es auf und ab, hoch und runter. Dafür gibt’s aber auch tolle Aussichten. So ist übrigens auch der Marathon dort kein normaler Straßenlauf, sondern bietet im Vergleich zu anderen Städtemarathons reichlich Höhenmeter -gefühlt geht es immer nur bergauf oder auch steil bergab (separater Laufbericht folgt…).

Dafür entschädigt die Kulisse der Stadt reichlich. Tolle Architektur und Straßenzüge, wohin man auch blickt. Ob Metropolis-Haus, Plaza Mayor, Kathedrale, Palast oder Gran Via: alles wirkt vornehm und majestätisch, man kann sich gar nicht satt sehen an der schönen Bauweise. Hier braucht man keinen Plan, man lässt sich durch die Straßen treiben (ok, bei der Kathedrale sollte man sich durchaus auch ins Gebäude treiben lassen, die Ausgestaltung innen lohnt einen Blick). Gegenprogramm bietet ein Streifzug durch Lavapies im Uhrzeigersinn zurück Richtung Zentrum: gerade bei schönem Wetter ein wunderbares Freiluftmuseum mit Street Art und Graffiti -Prado kann da getrost eher Programm für Regentage sein.

Zurück im Zentrum lockt ganz in der Nähe des Plaza Mayor ein wunderschönes traditionelles Gebäude zum Eintreten: der Mercado de San Miguel, eine denkmalgeschützte Markthalle aus Eisen. Hier pulsiert von morgens bis abends das Leben, denn hier gibt es alles, was das Herz (oder eher der Magen) begehrt: Tapas, Austern, Oliven, Sangria, Bier, Süßigkeiten und Kuchen und und und… Aber Achtung: hier kann man durchaus stranden und hängen bleiben 😉 Ansonsten spaziert man satt und glücklich weiter Richtung (Plaza de la Puerta del) Sol, wo man am Brunnen sitzend eine Pause einlegen kann, um gemütlich dem Treiben zuzuschauen -wenn einem denn die ganzen Gaukler, die sich für Bares in ihren billigen Filmhelden-Kostümen für Fotos zur Verfügung stellen, in Ruhe lassen bzw. wenn nicht wieder gerade eine Demo stattfindet. Verspürt man danach schon wieder Hunger, lässt man sich einfach vom Sol Richtung Süden treiben, wo Restaurants und Tapas-Bars in Hülle und Fülle warten. Hier fließt mittags das erste kühle Bier, hier bleibt niemand hungrig, hier pulsiert abends das Leben,

Auch an anderer Stelle pulsiert abends das Leben: im Parque del Retiro schwärmen die Läufer aus, Ruderer trainieren auf dem See, während die Stufen daneben bevölkert sind von Zuschauern, die auf das Sonnenuntergangskino warten. Wer es etwas ruhiger mag, kommt schon morgens hierher, dreht seine Runden, genießt das Morgenlicht und legt eine Pause im „Wald der Erinnerung“ ein, wo Zypressen und Olivenbäume an die Opfer des Terroranschlags von 2004 erinnern. Ein kurzes Durchatmen, bevor man sich wieder raus ins Getümmel der Stadt stürzt, die nächsten Hügel erklimmt oder -Hunger!- die nächste Tapas-Bar aufsucht.

Würde dieser Blog-Beitrag einen Duft oder noch besser einen Geschmack haben, es wäre eine Mischung aus kühlem, herbem Bier, markantem Rioja, herzhaftem Schinken und aromatischen Oliven. Da das leider nicht geht, hilft nur eins: Madrid-Trip planen. Hasta la próxima, Madrid!

Stationen & Tipps:

Goiko-Grill – Burger-Liebe

Mercado de San Miguel – Essensparadies, s.o.

Mercado de San Ildefonso – Tapas, Streetfood, asiatische Küche…

Mercado de la Reina – Tapas, Rioja, Gin…

La Cabana Argentina – Steaks frisch vom Grill

Café de la Luz – sehr nettes kleines Café

Muy Mucho (mehrere Filialen) – nette Deko- und Einrichtungssachen

Ale-Hop (mehrere Filialen) – Geschenke, Kitsch, Souvenirs…

Hotel Regina – super zentral zwischen Sol und Metropolis-Haus gelegen, vermutlich ab 2019 nicht mehr ganz so günstig, wenn gegenüber die Baustelle mit Luxushotel und Luxus-Apartments abgeschlossen ist, bis dahin auf Zimmer mit Fenster zum Innenhof achten

Uber (App) – statt Taxi…

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