Was tun in SF? Da wären zunächst mal die typischen Touri-To Dos aus dem Reiseführer wie die angeblich kurvenreichste Straße der Welt (Lombard Street), die quäkenden Seelöwen bei Pier 39, das Jahrmarkt-Treiben bei Fisherman’s Wharf, Coit Tower, Painted Ladies und natürlich Golden Gate Bridge und Alcatraz.
Die beiden letzteren hat man gut im Rahmen einer „Bay Cruise“ vom Boot aus im Blick (vorm Ticketkauf am besten in den gratis Stadtplänen nach Rabattcoupons Ausschau halten, spart gut 4 Dollar pro Person). Hier zeigen sich auch die Skyline und die Bay Bridge von ihrer schönen Seite. Nachteil: man muss sich erst mal den Weg zum Ticketschalter kämpfen und bis zur Abfahrt den Tourinepp am Pier 39 überleben (Clam Chowder? Sauerteigbrot? Stoff-Robben in Häftlingsuniform? Aquarium oder doch lieber Zuckerwatte?).
Eine andere Möglichkeit, die Golden Gate Bridge zu begutachten, ist eine Radtour. Die Drahtesel dazu gibt es an den Touri-Hotspots Pier 39 / Fisherman’s Wharf. Aber Achtung: die Steigungen der Stadt werden dadurch nicht einfacher, im Gegenteil. Im Gewirr von Autos, Street und Cable Cars kann die Radtour außerhalb der Radpisten zudem schnell zum Überlebenskampf werden -zumal hier keiner an sowas wie Helm denkt und herannahende Elektro-Autos wie der hier sehr verbreitete Tesla keine Geräusche von sich geben.
Die in jedem Reiseführer als nostalgisches Erlebnis angepriesenen Cable Cars kann man sich durchaus sparen -es sei denn, man will mind. 6 Dollar für eine Fahrt im Stehen, zusammengequetscht mit zig anderen Touris ausgeben. Nostalgisch Fortbewegen geht in SF wesentlich günstiger und schöner mit den Street Cars (Trams) der F-Linie. Oder man eben man geht zu Fuß -Hügel rauf und Hügel runter ergibt das ein super effektives Fitnesstraining, völlig gratis.
Will man das „wahre“ SF sehen, sollte man sich auf jeden Fall von der Bay-Area wegbewegen und Stadtgebiete wie Mission, Castro usw. erkunden. Das multikulturelle (oder eher multisexuelle) Castro zeigt für US-Verhältnisse einen sehr offenen, toleranten Mix. Noe Valley ein paar Straßen südlicher (24th Street) erinnert sehr an Prenzlauer Berg: Bioläden, kleine Cafés, Teeshops, windelwechselnde Väter, Mütter mit Zwillingswagen und Coffee-to-go… Hier ist das Leben entschleunigter und die Welt noch in Ordnung (naja, größtenteils, die Hauspreise erreichen schwindelerregende Höhen…), hier ist vielleicht manches skurril, aber dafür authentisch und ohne Glitzer und gekünsteltes Entertainment -wer das vermisst, kann direkt wieder in Castro die F-Linie zurück zum Pier 39 nehmen.











Tolles Blog! Nach den schönen Bildern und Berichten würde ich am liebsten sofort die Koffer packen und nach Kalifornien jetten 🙂
Liebe Grüße und gute Reise!
Danke!
Nur zu, das Wetter hier ist derzeit noch fabelhaft, zumindest westlich der Sierra Nevada 🙂
Das sind wunderschöne Impressionen in Wort und Bild! So liebe ich SanFran auch! ▲
Eine meiner absoluten Lieblingsstätte und immer sicher einen Besuch wert. Tolle Eindrücke hast du festgehalten.