Nach dem Festmahl am Vorabend starteten wir ausgeruht in den neuen Tag. Unten in der Hotellobby herrschte schon reges Treiben, die Thailand-Delegation war mit Gepäck Einladen beschäftigt, die Abreise zu den Special Olympics World Games nach Berlin stand an.
Am späten Vormittag machten auch wir uns auf den Weg: Richtung Olympia-Schanze bzw. zur Eckbauer Bahn. Beim Ticketkauf stockte uns kurz der Atem, das One-Way-Ticket war verhältnismäßig teuer. Führte aber kein Weg dran vorbei, denn vorm Zugspitz Ultratrail wollte ich meine Kräfte schonen und nicht bergauf wandern, auch wieder runterzufahren kam für uns aber nicht in Frage. Also Bergfahrt gelöst, in die Gondel gestiegen und hoch zum Eckbauer gefahren. Dort genossen wir erst mal die Aussicht – und die leicht kühleren Temperaturen als unten im Ort.




Los ging der Wandertag, auf unserer Lieblingsroute hier in Garmisch-Partenkirchen: Auf dem Bergrücken wanderten wir nach Wamberg, eines der höchstgelegenen Kirchdörfer Deutschlands. Hier wohnen nur ca. 30 Leute und ein paar Tiere, es gibt einen Gasthof, eine Kirche, einen Friedhof und ein Feuerwehrgerätehaus. Nicht viel mehr und nicht viel weniger. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Postkartenidylle.



Unser Timing war perfekt: Gegen Mittag erreichten wir den Berggasthof Wamberg, sicherten uns einen freien Tisch, genossen die Aussicht und gönnten uns Leberknödel-Suppe, Schinkennudeln und Holunderschorle. Die sonst so heißgeliebten Kaiserschmarrn gingen leider nicht mehr rein, kann ich aber nur empfehlen! (Und unbedingt auf der Website die Ruhetage und Sonderschließzeiten checken, bevor man vor Ort die große Enttäuschung erlebt!) Wir waren an diesem Tag in bester Gesellschaft: Neben uns war eine Festtafel mit einem Schuljahrgang, der 50-jähriges Jubiläum feierte und heitere Anekdoten aus der Jahrgangszeitung vortrug. Auch die übrigen Tische füllten sich und aus der Gasthof-Tür wanderten tellerweise Knödel, Kuchen und andere Leckereien auf die Terrasse.

Mit derart leckerer Küche im Magen rollten wir umso besser den Berg herunter, zurück Richtung Garmisch-Partenkirchen, nach rechts den Blick auf den Wank. Nur wenige Kilometer und wir waren zurück unten im Ort, wo unsere nächste Anlaufstelle unser Lieblingscafé war: Bei Wildkaffee gibt’s hier einfach die besten Kaffee- und Kuchenspezialitäten!

Nachdem ich im Laden nebenan neue Batterien aufgetrieben hatte, suchte ich bei Sport Conrad nochmal den netten Verkäufer vom Vortag auf, der mir angeboten hatte, einen Schraubenzieher für den Batteriewechsel bei meinem Garmin Herzfrequenz-Brustgurt auszuleihen. Leichter gesagt als getan, die Schrauben saßen nämlich so fest, dass wir mit Muskelkraft nicht weiterkamen. Aber aufgeben wollte er wohl nicht, wenige Minuten später hatte er einen Akkuschrauber hergezaubert, mit dessen Hilfe wir das Batteriefach öffnen und die Batterie wechseln konnten. Puh! Unglaublich, was ein Kundenservice!
Der restliche Tag verlief unspektakulär bis faul im Wellnessbereich des Hotels. Kräfte schonen und ausruhen für den Zugspitz Ultratrail – zwischendurch das obligatorische Online-Briefing erledigen, ohne das es keine Startunterlagen gab. Zum Abendessen nochmal ein kurzer Spaziergang in den Ort, wie schon am Vortag zu Mukkefuck, nur dieses Mal zeitig genug, um noch warme Küche, in unserm Fall Spinatknödel, zu genießen. Carboloading at it’s best!

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